Was ist eigentlich app-ads.txt ?

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Die app-ads.txt (Authorized Sellers for Apps) ist eine IAB Initiative, welche Werbeinventar in Mobile und OTT Apps vor Betrug (Ad Fraud) schützen soll. Sie ist eine Erweiterung, der ads.txt (Authorized Digital Sellers standard), welche das Pendant für den Web-Bereich ist.

Publisher können diese Datei erstellen, um identifizierbar zu machen, wer berechtigt ist das Werbeinventar zu verkaufen. Nach der Erstellung wird die Datei öffentlich verfügbar gemacht (i.d.R. www.website.de/app-ads.txt), sodass sie für Exchanges, SSPs und andere Käufer crawlbar ist.

Der Unterschied zur ads.txt

Im Gegensatz zur ads.txt gibt es eine Komplikation. Diese konnte nämlich relativ einfach vom Publisher in Textform auf der eigenen Website hosten, auf der sich auch der Content befindet. Bei Apps ist das anders. Hier gibt es keinen passenden Ort, wo ein App Developer die URL der ads.txt angeben könnte. Die einzig relevante Möglichkeit für RTB (Real Time Bidding) ist:
1. die Angabe der Mobile Plattform (z.B. iOS Gerät, (Google) Android oder irgendeine andere Android Variante etc.) und
2. eine eindeutige ID für die App auf der Plattform.

Verbindet man diese beiden Infos, ist es möglich die Web Domain herauszufinden, welche auch wirklich zum Entwickler der App gehört. Dies funktioniert über die Angabe im Feld “developer URL”, welches für die meisten App Stores existiert und spezifizierbar ist.
Hier ein Beispiel, wie das für die Google Chrome App im Google Play Store aussieht.

Dem Link unter “Website besuchen” im App Store kann also vertraut werden, weil die Angabe direkt vom Entwickler der App kommt.

Wie sieht die app-ads.txt aus?

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  • Feld 1: Die Domain des Vermarktungsnetzwerks, welches zum Verkauf des Werbeinventars zugelassen ist. (Pflichtfeld)
  • Feld 2: Die individuelle Publisher Account ID des Vermarktungsnetzwerks, welche bei den Transaktionen immer übereinstimmen muss. (Pflichtfeld)
  • Feld 3: Hier wird der Beziehungstyp festgelegt. (Pflichtfeld)
    DIRECT: Bedeutet, die Website gehört dem Publisher und er habt z.B. einen eigenen Google AdManager Account, mit dem die Monetarisierung der Website abgewickelt wird.
    RESELLER: Hierbei handelt es sich um einen externen Vermarkter oder Dienstleister, denen der Publisher sein App-Inventar zur Monetarisierung zur Verfügung stellt. Die Partner vermarkten optimiert das Inventar im Auftrag des Publishers, sind aber nicht Inhaber der Domain oder App. 
  • Feld 4: Die Zertifizierungs-Account-ID für geprüfte Werbesysteme, welche das System als geprüft identifiziert. Solch eine zertifizierte Prüfstelle kann z.B. die Trustworthy Accountability Group (TAG) sein. (optionales Feld)

Wo finde ich meine Publisher ID?

Für den Fall, dass der Publisher die Vermarktung des Werbeinventars direkt vornimmt (siehe Feld: DIRECT), kann die Publisher ID über den Zugang des genutzten Ad Servers einsehen. Im Google AdManager z.B.:
Admin > Globale Einstellungen > AdExchange-Einstellungen. ID zu finden unter der Publisher-ID.

Wie kommen Käufer von App Werbeinventar also auf den Inhalt der app-ads.txt?

So funktioniert das für Apps aus dem Google Play Store

<meta name="appstore:developer_url" content="http://www.t-online.de">
<meta name="appstore:bundle_id" content="de.telekom.t_online_de">
<meta name="appstore:store_id" content="de.telekom.t_online_de">
  1. Auslesen der app ID aus der im Bid Request mitgelieferten Store URL (Beispiel: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.telekom.t_online_de&hl=en_US). App ID = “de.telekom.t_online_de”
  2. Suchen nach “de.telekom.t_online_de” in dem meta tag “appstore:store_id”.
    Anmerkung: Google unterscheidet nicht zwischen “bundle_id” und “store_id”. Bei anderen Plattformen könnte das aber der Fall sein.
  3. Suchen nach dem meta tag “appstore:developer_url” und auslesen des URL Inhalts
  4. Nun kann nach dem Pfad der app-ads.txt gesucht werden. Wie ursprünglich geschildert ist dieser in der Regel der erste Wert nach der Root-Domain.
    Lautet die ausgelesene Website also “https://www.t-online.de”, dann wäre der Pfad: “https://www.t-online.de/app-ads.txt”
  5. Auslesen des Inhalts der app-ads.txt Datei
  6. Verwenden des ausgelesenen Inhalts, wie es auch für die ads.txt gemacht wird

Weitere Informationen dazu können in der IAB Spezifikation nachgelesen werden.

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